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Warmwasser

Durch die kontinuierliche Fortschreibung der Wärmeschutzverordnung und den angestrebten Niedrigenergiehausstandard verringert sich der Energiebedarf für die Heizung enorm.
Für die Warmwasserbereitung hingegen nahm der Energiebedarf anteilsmäßig zu und liegt bei Neubauten bis zu
50 Prozent, das heißt, das die Hälfte der Wärmeenergiekosten nur für die Warmwasserbereitung nötig sind! Deshalb rücken die Kosten für die Warmwasserversorgung mehr und mehr ins Blickfeld von Investoren (Investitionskosten, Vermietbarkeit, Instandhaltungskosten) und Mietern (bezahlbare Miete und annehmbare, d.h. dem Komfort entsprechende Betriebs- und Energiekosten). 
Der tägliche Warmwasserbedarf eines Menschen in Deutschland liegt im Schnitt bei 30 - 50 Litern bei einer Temperatur von 45 °C. Am meisten Warmwasser (60 - 90 %) wird für die Körperpflege benötigt, der Rest für Geschirrspülen und Reinigungsarbeiten.
Die drei Arten der Warmwasserversorgung
Grundsätzlich wird in folgende Arten der Warmwasserversorgung unterschieden:

Einzelversorgung
Einzel-Warmwasserversorger eignen sich besonders für einzelne, weiter auseinander liegende Zapfstellen mit nur kurzzeitiger Entnahme kleinerer Wassermengen wie z.B. im Gäste-WC oder Miniküche in Gewerbeobjekten. Sie liefern je nach Art und Einstellung eine kleinere Mengen heißen oder größere Mengen warmen Wassers, z.B.

  • Kochendwassergerät

  • Unter- u. Übertischspeicher (drucklos und druckfest)

  • Gasdurchlauferhitzer

Gruppenversorgung
Bei der Gruppen-Warmwasserversorgung (auch dezentrale Versorgung) bedient ein Gerät mehrere, nahe beieinander liegende Zapfstellen. Sie verursachen keine Bereitschafts- und Zirkulationsverluste und können verbrauchsnah - meist im Bad - installiert werden. So bleiben Leitungsverluste sowie die ablaufende Wassermenge bis zum Erreichen der gewünschten Temperatur relativ gering. Ein Vorteil ist die einfache Erfassung und Abrechnung des Energiebedarfs über den Gas- oder Elektrozähler der Wohnung. Als Nachteile sind zu nennen, dass bei Durchlauferhitzern meist nur eine Zapfstelle auf einmal komfortabel versorgt werden kann. Sind mehrere Zapfstellen angeschlossen, kann es bei gleichzeitiger Nutzung zu Engpässen kommen, da die Warmwasserleistung der üblichen 21 kW - Geräte mit ca. 6,5 Litern pro Minute relativ gering ist. Verständlich, dass auch die Wannenfüllzeiten länger sind als bei der zentralen Versorgung.

      Beispiele:

  • Elektro - Durchlauferhitzer

  • Gas - Durchlauferhitzer

  • Elektro - Speicher (druckfest)

  • Gas - Wandheizgeräte mit Warmwassererwärmung (Kombigeräte)

Zentrale Versorgung
Ein Haus oder eine Wohnung wird von einem Warmwasserversorger, meistens Speicher, evtl. mit Zirkulationsanschluss versorgt. Die Größe des  Speichers wird so ausgelegt, dass an mehreren Zapfstellen gleichzeitig Wasser entnommen werden kann und sogar Waschmaschinen und Geschirrspüler mit warmen Wasser versorgt werden können. So werden längere Aufheizzeiten und der hohe Strombedarf dieser Geräte vermieden. Selbst eine
solare Warmwasserversorgung kann in die zentrale Versorgung eingebunden werden.

      Beispiele:

  • direkt beheizte Warmwasserspeicher (Gas- oder Elektro)

  • indirekt (über Heizkessel) beheizte Speicher

In den letzten Jahren hat die Weiterentwicklung der Warmwasserspeicher enorme Fortschritte gemacht. Es werden nun auch Warmwasser-Schichtenspeicher angeboten. Hier wird über außenliegende Wärmetauscher das Trinkwasser im Speicher erhitzt und oben im Speicher "eingeschichtet". Der Speicher wird von oben nach unten erwärmt. Da das warme Wasser auch oben entnommen wird, ist schon nach etwa 5 Minuten Aufheizzeit z.B. 60 °C warmes Wasser verfügbar. Bei herkömmlichen Rohrschlangenspeichern, die von unten nach oben erwärmt werden, kann das bis zu 45 Minuten dauern. Die Folge ist, das mit kleineren Speicherinhalten größere Warmwassermengen erzeugt werden können. Je nach angeschlossener Kesselleistung kann ein 150-Liter-Schichtenspeicher eine Warmwasser-Dauerleistung eines 500-Liter-Rohrschlangenspeichers erbringen. Natürlich bedeuten kleinere Speicher auch weniger Wärmeverluste!
Welche Lösung die Beste ist, kann nicht pauschal beantwortet werden, jede bietet Vor- und Nachteile. Lassen Sie sich beraten, denn schließlich geht es um Ihr Geld!
Zirkulation - Pro und Contra

Eines der häufigsten Streitthemen in der Haustechnik ist sicherlich die Frage: Wie lang darf es dauern, bis warmes Wasser aus dem Wasserhahn fließt?

Unzählige Experten und Gerichte haben sich bereits damit auseinandergesetzt und wir wollen Ihnen das unserer Meinung nach Wichtigste auflisten:

Nach dem DVGW (Deutscher Verein von Gas- und Wasserfachmännern), Arbeitsblatt W 551 ist eine Zirkulationsleitung bei einem Leitungsvolumen von weniger als 3 Litern nicht empfehlenswert. Des entspricht etwa 30 Meter Kunststoffrohr Ø 16x2,2 mm . Dem geringen Wasser- und Komfortverlust, welcher durch das Ablassen des abgekühlten Rohrinhaltes entsteht, stehen bei der Zirkulationsanlage die höheren Anschaffungskosten und vor allem der anfallende Pumpenstrom die erheblichen Wärmeverluste gegenüber.

Der VDI (Verein Deutscher Ingenieure) wiederum definiert in der Richtlinie 6003 insgesamt drei Komfortstufen mit Angabe einer maximal vertretbaren Wartezeit, nach der an einer Armatur Warmwasser mit Nutzungstemperatur ausfließen muss. So dürfen beispielsweise bei Normalkomfortstufe 1 an einem Waschbecken 60 Sekunden vergehen bis Warmwasser mit 40 °C ausfließt, bei Höchstkomfortstufe 3 jedoch nur 10 Sekunden.

Bei größeren Objekten mit zentraler Versorgung ist eine Warmwasserzirkulation sicher unumgänglich. Allerdings bedeutet der Wohnungswasserzähler das Ende der Zirkulationsleitung. Ab hier ist bei der Planung auf kurze Leitungswege innerhalb der Wohnung zu achten.
  In kleineren Objekten (Ein- bis Zweifamilienhäuser) kann und sollte jedoch auf eine Zirkulationsleitung verzichtet werden, wenn hier durch eine geschickte Raumplanung mit kurzen Leitungslängen und kleinen Rohrdurchmessern ein Minimum an Wasserinhalt in den Rohrleitungen erreicht wird.

Wir empfehlen zur Senkung Ihrer Wasser- und Energiekosten und zum Steigern des Komfort den Einbau von Thermostatmischbatterien, speziell in Duschen! 
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